Stimmen fügen sich zu Klangpuzzle

Peter Lehel Quartet und Kammerchor Baden-Württemberg geben Münsterkonzert in Schwarzach

BNN, 12.10.2021

Stimmen fügen sich zu Klangpuzzle

Peter Lehel Quartet und Kammerchor Baden-Württemberg geben Münsterkonzert in Schwarzach

Nach fast zweijähriger Pause traten am Sonntagabend im Schwarzacher Münster mit dem Peter Lehel Quartet und dem Kammerchor Baden-Württemberg wieder zwei hochkarätige Ensembles in den altehrwürdigen Mauern auf. Stefan Biehl, Dezernent des Landkreises Rastatt, konnte im Publikum unter anderem die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia Felder begrüßen. Das Programm stand unter dem Titel „Song of Praise“ – „A Love Supreme“.
Gleich zu Beginn vernahm das Publikum geheimnisvolle Saxofonklänge, die immer lauter wurden. Zuerst sah man keinen Musiker, dann kam von links Peter Lehel vor den Altar und die anderen Musiker des Peter Lehel Quartet gingen zu ihren Instrumenten. Bedächtig und leise legte Schlagzeuger Markus Faller mit seinen Sticks die rhythmische Grundlage für das Stück „Moves“ mit einfühlsamen Jazzpassagen, die auch zum Träumen einluden.
Mit „Wandering Dreams“ bat Peter Lehel den Kammerchor Baden-Württemberg auf die Bühne: Mit kräftigen Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen wurde ein schöner Klangteppich ausgebreitet, welcher durch das „Peter Lehel Quartet“ eine kongeniale Ergänzung fand. Uli Möck glänzte am E-Piano bei „Losing My Mind“ ebenso wie Dirk Blümlein am Bass, der für die tiefen Töne bestens sorgte. Mit „Midnight Desire“ und „The Garden“ zeigte Peter Lehel dann die ganze Bandbreite seines bläserischen Talents von tief bis hoch, von Bass bis Tenor.
Chorleiter Jochen Woll bemerkte nach dem Konzert im persönlichen Gespräch: „Wir hatten nur eine Probe mit Chor und Musikern vor dem Konzert. Aber es klappte trotz der langen Pause vorher alles hervorragend, denn dieses Programm ist schon seit etwa zehn Jahren unser gemeinsames Repertoire, welches immer wieder verfeinert wird.“
Peter Lehel hat für die achtteilige Komposition „Song of Praise‘“ für gemischten Chor, Saxofon, Piano und Percussion den Text des „Hohen Lieds“ der englischen King-James- Übersetzung aus dem 17. Jahrhundert vertont. „Die Stimmen des Saxofons und des Elektrobasses werden häufig als vokale Elemente in die Chorstimmen integriert. Jedes der acht Kapitel entspricht mindestens zwei Erzählsträngen und Themeneinheiten in der Original-Vorlage“, erläuterte der bekannte Saxofonist und Komponist Lehel schmunzelnd. Vier Musiker integrierten vier Chorstimmen ideal zu einem Klangpuzzle, wo alle akustischen Teile ideal zu einander passen, wie in einem Puzzlespiel. Nur mit dem Unterschied, dass sich bei jedem neuen „Klangpuzzle“ vier Musiker und 20 Sängerinnen und Sänger wieder neu ausrichten mussten.
So war es auch im Schlussstück „Set Me As A Seal Upon Thine Heart“: Ein beachtenswertes Schlagzeug-Solo von Markus Faller verfeinerte den mehrstimmigen Gesang und ein begeistertes Publikum wollte eine Zugabe haben. „Set Me as a Seal Upon Thine Heart“ wurde nochmals aufgeführt, ein schwungvolles und dynamisches Gospelstück mit Gesang und einem Schuss Jazz verfeinert durch die Instrumente des Peter Lehel Quartets.


[Rudolf Schmeiser]

Filigrane Klänge in altehrwürdigen Mauern: Peter Lehel (rechts mit Saxofon) war mit seinem Quartett beim Schwarzacher Münsterkonzert zu Gast. Foto: Rudolf Schmeiser

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