Kammermusikalischer Leckerbissen

Kammerchor Baden-Württemberg glänzt a cappella mit „Singet!“ in Liebfrauenkirche

Cannstatter Zeitung, 08.03.2020

Auf eine stürmische Resonanz stieß am Sonntag, 1. März, das Konzert des renommierten Kammerchors Baden-Württemberg im Rahmen der kirchenmusikalischen Reihe „hora caecilia“ in der Cannstatter Liebfrauenkirche. Das 26-köpfige Ensemble unter der Leitung von Jochen Woll führte über eine Stunde lang sein neues A-cappella-Programm „Singet!“ auf mit Liedern aus sechs Jahrhunderten, von der Renaissance bis in die Gegenwart. Der Kammerchor, einer der renommiertesten Chöre Baden-Württembergs, war zuletzt im Februar 2017 in Bad Cannstatt aufgetreten und hatte schon damals das Publikum begeistert.

Warum dem erst 1985 gegründeten Ensemble nicht umsonst ein fabelhafter Ruf vorauseilt, wurde am vergangenen Sonntag jedem klar, der das Konzert hörte. Die Sängerinnen und Sänger trugen ein Werk nach dem anderen gekonnt, treffsicher und virtuos vor. Dabei strahlten die Protagonisten eine bemerkenswerte Ruhe und Gelassenheit aus, was bei dem anspruchsvollen Programm keineswegs selbstverständlich war. Werke von Andrea Gabrieli, Claudio Monteverdi, Hugo Distler und Tobias Brommann nötigten den Sängern höchste Virtuosität ab – und das auch noch in ständig wechselnden Zusammensetzungen der einzelnen Stimmen. Auch die beiden als „Höhepunkte“ angekündigten Lieder – die berühmte doppelchörige Motette „Singet dem Herrn“ von Johann Sebastian Bach und die Vertonung des 98. Psalms „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Felix Mendelssohn Bartholdy – gerieten unter dem souveränen Dirigat von Jochen Woll durch perfekte Intonation zu kammermusikalischen Leckerbissen in der gut gefüllten Liebfrauenkirche.

Das fachkundige Publikum, darunter auch zahlreiche Gäste, die eigens für das Konzert nach Bad Cannstatt gekommen waren, zollte dem Kammerchor nach vollbrachter Leistung den gebührenden Applaus – nicht ohne vorher auf einer Zugabe zu bestehen. Am Schluss riet Chorleiter Jochen Woll den Gästen, ebenfalls zu singen und dadurch den Miesepetern in der Welt Paroli zu bieten – was das Publikum lachend und applaudierend aufnahm.

[Thomas Wilk]

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